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    <title>FranzSchiel : Rubrik:incipit</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>xefo</dc:publisher>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:date>2008-08-24T23:27:43Z</dc:date>
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    <title>FranzSchiel</title>
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  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/5089471/">
    <title>REISSNAGEL</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/5089471/</link>
    <description>eingerext im eigenen geborenen Körper.&lt;br /&gt;
wie ein Zwilling, ein nie selbständig geborener,&lt;br /&gt;
der anfallweise nach außen dringt&lt;br /&gt;
mit feuriger Menetekelschrift,&lt;br /&gt;
bis die Geburt wieder stockt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingerext. Hingestürzt im Krampf&lt;br /&gt;
der proximalen Extremitätenmuskulatur -&lt;br /&gt;
hingestürzt, zerschlagen am Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingerext. Aufgespießt auf dem Keil,&lt;br /&gt;
aggressiv aus der friedlichen Kreisfläche -&lt;br /&gt;
gedachte Basis zwischen zwei gekreuzten Schenkeln&lt;br /&gt;
an der Spitze des Dreiecks, von unten&lt;br /&gt;
im rechten Winkel emporgebogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingerext. Aggressiver Keil sichtbar empor&lt;br /&gt;
aus dem in sich ruhenden Mutterkreis.&lt;br /&gt;
Gedachter reduzierter Keil - gedachtes&lt;br /&gt;
Rechteck am Grund des aggressiven Keils.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingerext. Alles in Schwebe&lt;br /&gt;
zwischen dem eigensinnig erigierten Keil&lt;br /&gt;
und der mütterlichen Kreisfläche -&lt;br /&gt;
Daseinsformen, Funktionen, Zwecke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Samstag, 24.02.2001, 12.40 Uhr)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&lt;b&gt;Würde eine solche mütterliche Kreisfläche &lt;br /&gt;
tatsächlich existieren, würde ich mich gern dort &lt;br /&gt;
niederlassen! Rückkehr ca. 30.8.2008&lt;/b&gt;)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-28T11:23:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/5080810/">
    <title>KÖRPERGEBURTEN</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/5080810/</link>
    <description>aus dem Mund mein kleiner Körper,&lt;br /&gt;
der wiederum einen noch kleineren gebar usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals hatte ich noch einen Bart,&lt;br /&gt;
der das Gesicht dunkel umrahmte,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
straffe Haut, keine bröseligen Lippen.&lt;br /&gt;
Ich blickte auf, sah mich oben verschwinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und gleich wiederkehren in Form von Schönheit&lt;br /&gt;
Gnade Reichtum, alles in der Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich atmete mich wörtlich ein,&lt;br /&gt;
als Toter, der wiederum Tote gebiert,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und beim nächsten Atemzug,&lt;br /&gt;
kehrte ich in mich zurück, scheinbar unverändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hielt die Augen offen.&lt;br /&gt;
Mein Hauch beschlug sie mit sanften Tränen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war mein Traum,&lt;br /&gt;
damals um die zwanzig, ex cathedra&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Montag, 12.08.2002, 16.40 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-24T08:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/5011620/">
    <title>PSEUDOKINDERSPIEL</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/5011620/</link>
    <description>in dem Moment, da ihre Singstimme mich nennt, &lt;br /&gt;
fragend, ist wieder alles parat: dieses&lt;br /&gt;
penetrante Kopftuchrichten, die Blicke, starr&lt;br /&gt;
aus ihren Majal-Umrandungen, die abgebrochenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einladungen, Autofahrten mit altpersischem&lt;br /&gt;
Frauengesang, der ihr nichts sagt, Hotelcafés&lt;br /&gt;
als Fluchtorte der Verlegenheit: irgendwo werden&lt;br /&gt;
die Haare enthüllt, nach endlosen Verhandlungen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ohne irgendwelche Konsequenzen, außer daß sie&lt;br /&gt;
von Verstößen berichtet, Beobachtern, die sie&lt;br /&gt;
einer Bestrafung zuführen könnten, fremden Männern,&lt;br /&gt;
extra angereist, um sie zu züchtigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Zustimmung der Botschaft. Jetzt ihre Stimme,&lt;br /&gt;
die etwas träge Intonation, der helle duftende Klang&lt;br /&gt;
der deutschen Vokale, der plötzliche Kick unterm&lt;br /&gt;
Tisch, der wehtut, während sie lächelt, die Freundin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wegschaut, und im selben Moment meine Schläge&lt;br /&gt;
auf ihre Fingerspitzen, die immer härter ausfallen&lt;br /&gt;
in diesem Pseudokinderspiel: wer schneller schlägt,&lt;br /&gt;
wer zuerst wegzieht; und wie der Tisch reagiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Montag, 18. September 2005, 22.55 Uhr, Venedig)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-23T11:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4983119/">
    <title>KEIN INTERESSE</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4983119/</link>
    <description>er hatte eigentlich damit begonnen,&lt;br /&gt;
kein Interesse zu zeigen, zuzuwarten.&lt;br /&gt;
Nach Jahren begann auch sie,&lt;br /&gt;
kein Interesse zu zeigen, zuzuwarten.&lt;br /&gt;
Und er hoffte, daß sie nicht zuwartete,&lt;br /&gt;
daß das Nichtzuwarten plötzlich aufhörte;&lt;br /&gt;
daß sie ihm die Chance gab,&lt;br /&gt;
wie früher zu reagieren, darauf,&lt;br /&gt;
daß sie wieder Interesse zeigte;&lt;br /&gt;
daß sie abgewehrt werden konnte zum Schein,&lt;br /&gt;
um ihr Interesse zu stärken.&lt;br /&gt;
Diese Verschränkung aufgelöst im Lauf der Jahre,&lt;br /&gt;
und jetzt der Anschein,&lt;br /&gt;
daß beide in einer Warteposition verharren -&lt;br /&gt;
er glaubt an eine Rückkehr&lt;br /&gt;
in den früheren Zustand, in dem Fall,&lt;br /&gt;
wenn sie wieder Interesse zeigt,&lt;br /&gt;
wobei ungeklärt bleibt,&lt;br /&gt;
warum ihr Interesse geschwunden war.&lt;br /&gt;
Wozu sie zwischendurch anmerkte,&lt;br /&gt;
ein bestimmter Geruch sei nicht mehr da,&lt;br /&gt;
er entblöße sich nicht mehr,&lt;br /&gt;
ahme die frühere Schüchternheit nach.&lt;br /&gt;
Während er den Gedanken hegte,&lt;br /&gt;
es sei richtig zuzuwarten,&lt;br /&gt;
wodurch das Sexuelle&lt;br /&gt;
von selbst in den Hintergrund trat&lt;br /&gt;
und von ihr erwartet wurde,&lt;br /&gt;
daß sie immer wieder von neuem&lt;br /&gt;
eine Art Befreiung anbiete -&lt;br /&gt;
von dieser entsetzlichen Starre,&lt;br /&gt;
die er schon als Kleinkind erfahren hatte,&lt;br /&gt;
eingebunden mit gekreuzten Ärmeln&lt;br /&gt;
wie von einer Zwangsjacke in einen Wickelpolster,&lt;br /&gt;
zur Regulierung des Knochenwachstums,&lt;br /&gt;
Konzentration auf den Sehsinn.&lt;br /&gt;
Bewegung war Augenrollen,&lt;br /&gt;
Zwinkern, Zunge raus, rein, Grimassen,&lt;br /&gt;
Schweifen der Phantasie in die weiteste Ferne,&lt;br /&gt;
auf die nächste Wand, den Plafond -&lt;br /&gt;
Widerschein des Lichts vom Fenster her,&lt;br /&gt;
von der menschenleeren Dorfstraße&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Sonntag, 04.05.2003, 18.20 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-10T07:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4972401/">
    <title>DONNERGESCHMETTER</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4972401/</link>
    <description>grün in diesem Nachtlicht der Brunnen.&lt;br /&gt;
Und vor dem Sockelstreifen der Kirche&lt;br /&gt;
von beiden Seiten verwischte Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regen, der alles schnell beschleunigt,&lt;br /&gt;
Geräusche verdichtet. Etwas fällt um,&lt;br /&gt;
Quietschen und Aufschlag, zwei-, dreimal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich, zwischen Vorhängen, unentdeckt,&lt;br /&gt;
angelockt vom einzigen Donnergeschmetter.&lt;br /&gt;
Draußen, mit unwissenden Mitspielern,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
minimalen Veränderungen die Versuchsstation.&lt;br /&gt;
Auf diesem Feld treten Füße auf, ziehn sich&lt;br /&gt;
ruckartig zurück; dunkles Hin und Her, erhellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lacken, zwischen Gitterstäben aufgleißend,&lt;br /&gt;
aus denen der Regen zurücksprüht.&lt;br /&gt;
Ich öffne das Fenster, zeige mein Gesicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Donnerstag, 11.9.2003, 10.10 Uhr, Venedig)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-05T08:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4954049/">
    <title>UND POTSDAM</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4954049/</link>
    <description>unbedacht in die nächste offene Tür:&lt;br /&gt;
sich steif halten, nach hinten stemmen,&lt;br /&gt;
der Blick schweifen lassend, unentwegt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so den Frauen entgegengetreten,&lt;br /&gt;
jungen und älteren, Müttern mit Kindern.&lt;br /&gt;
So auch eindeutigen Nichtberlinern,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den wenigen Schwarzen, halbwüchsigen Türken&lt;br /&gt;
in lärmenden Autos. Parks eher grau als grün.&lt;br /&gt;
Blumenbeete als nicht vorhanden vermerkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein rasender Verkehr, wenig Stau.&lt;br /&gt;
Nur am Wochenende erzwungene Halte&lt;br /&gt;
bei Nikolasee. Warten auf dem falschen Bahnsteig,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einstieg, Ausstieg, Umkehr, Kontrollverlust.&lt;br /&gt;
Schließlich Geplätscher, ferne Segelparade,&lt;br /&gt;
langsam heranschaukelnde Sommerschiffe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelage auf dem Villenabhang, Lesungen&lt;br /&gt;
an mehreren Orten zugleich. Und wo bleibt Potsdam?&lt;br /&gt;
Auf dem Plan, aber nicht wirklich vermißt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Montag, 18.8.2003, 20.05 Uhr, Berlin)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-01T07:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4954062/">
    <title>ERSTER MAI</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4954062/</link>
    <description>sie, die mich trotz der Papilloma-Viren&lt;br /&gt;
küssen wollte, stieg in den Zug,&lt;br /&gt;
der nach Öl roch und trotzdem losfuhr,&lt;br /&gt;
unter einem makellos blauen Himmel -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Wendung nach rechts brachte&lt;br /&gt;
eine Bergkrone zutage, umgeben von roten, &lt;br /&gt;
weißen und wiederum roten Drachenfliegern -&lt;br /&gt;
der 1. Mai zeigte sich noch am zweiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an einigen Häusern beflaggt -&lt;br /&gt;
aus dem Buch stieg Erinnerung auf,&lt;br /&gt;
der Drang, Erinnerung zu erklären, Orte&lt;br /&gt;
der Erinnerung in mir, deren Art und Weise -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so dachte ich an Neuronen, Konvergenzfelder,&lt;br /&gt;
meinen Hippocampus, die Amygdala -&lt;br /&gt;
und die Nachricht, daß H.s Mutter&lt;br /&gt;
gestorben war, die mich verspätet erreichte,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
am Computer in Maislingers Bäckerei,&lt;br /&gt;
mit allen Illusionen der Gegenwart -&lt;br /&gt;
und sie im Zug, vielleicht schon angekommen,&lt;br /&gt;
die so scharf erdig riecht, so oft leichtfertig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an den Zähnen saugt - und wie die Stimme,&lt;br /&gt;
die nicht wirklich stimmhaft verständliche&lt;br /&gt;
abstellen, außer durch Ortswechsel -&lt;br /&gt;
und was, wenn es die eigene ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Sonntag, 04.05.2003, 19 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-28T07:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4948926/">
    <title>BOIS DE BOULOGNE</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4948926/</link>
    <description>1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worüber sie jubeln,&lt;br /&gt;
die halb aus dem Stein Drängenden,&lt;br /&gt;
nach vorn Gebeugten,&lt;br /&gt;
die Helme hebend über dem Automobil,&lt;br /&gt;
Männer mit Schnauzern,&lt;br /&gt;
die Frauen umringen, mit Federhüten -&lt;br /&gt;
der Frühling, implodiert zu einer Skulptur,&lt;br /&gt;
davon unbehelligt die Autos,&lt;br /&gt;
die an allen Seiten vorbeidröhnen,&lt;br /&gt;
Tinnitusdauerton -&lt;br /&gt;
Bois de Boulogne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitungsleser auf Baumstümpfen.&lt;br /&gt;
Daneben Hundeschererinnen&lt;br /&gt;
mit ihren schnappenden Scheren.&lt;br /&gt;
Und hinten ihnen die grellgrüne Linde,&lt;br /&gt;
einseitig nach links gezogen&lt;br /&gt;
von ihrer jungen Blätterlast,&lt;br /&gt;
die, feingliedrig hingehaucht,&lt;br /&gt;
einen Baum andeutet, der mehr ist:&lt;br /&gt;
dessen Inbegriff, ohne einen Gedanken&lt;br /&gt;
an den Herbst, dessen Farben schon blenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Sonntag, 21.04.2002, Paris)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-26T10:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4941984/">
    <title>KONZERT DER ORGANE</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4941984/</link>
    <description>braune glittrige Anzüge, auf Stangen&lt;br /&gt;
aufgereiht, während sich schon&lt;br /&gt;
der Abstieg der Engel  oder derjenigen,&lt;br /&gt;
die als Engel auftreten wollen &lt;br /&gt;
abzeichnet: an die Wand gemalte Gesichter,&lt;br /&gt;
mit ihren geschlossenen Augen&lt;br /&gt;
genau das sehend, was mir vorschwebt &lt;br /&gt;
Organe als Instrumente. Organkonzert.&lt;br /&gt;
Organharmonisierung, auch deren Parodie.&lt;br /&gt;
Die Handlanger in ihren Anzügen&lt;br /&gt;
marschieren jetzt los, quer durch den Raum,&lt;br /&gt;
als Bläser, Schläger, auch Sänger.&lt;br /&gt;
Wer erklimmt die blaue Bühne zuerst?&lt;br /&gt;
Wer vergrößert das Ohr, entblößt&lt;br /&gt;
das Rückgrat, wer bläht die eitrige Hand?&lt;br /&gt;
Keineswegs sehr schwierige Operationen&lt;br /&gt;
für solche, die das geübt haben,&lt;br /&gt;
mit Transparenz und Hintersinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mittwoch, 24.04.2002, 17.40 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-22T07:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4929478/">
    <title>BAHNHOF</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4929478/</link>
    <description>Bahnhof, schrieb er, in einem Atemzug, alles,&lt;br /&gt;
was blechern, hölzern, aus Holz, Metallzufall erzeugt.&lt;br /&gt;
Musik ist Fest, Beifall Fest am Bahnhof &lt;br /&gt;
wo alles steht und vorbeirauscht, aufbricht&lt;br /&gt;
und sich durch Weichen und Zeichen zwingt.&lt;br /&gt;
Ewige Baustelle, wenn man an Ausdehnung&lt;br /&gt;
vom Einstieg her denkt. Nur Fenster, Landschaft, wundervoll,&lt;br /&gt;
und ich, schwarzes Loch, das Problem, Parallelwelt &lt;br /&gt;
sechsundzwanzig Stimmen, es findet statt, wie&lt;br /&gt;
zu hören ist, Rascheln, Olivenhaine. Südnordostwind.&lt;br /&gt;
Chronos. Keine Zukunft, Prometheus am Fenster.&lt;br /&gt;
Gewissheit als Veränderung. Sänger im Glitzerhemd:&lt;br /&gt;
Alles kann sie tun, auch den Schatten zwirbeln.&lt;br /&gt;
Er, an der Treppe: Hohoho! Aus den Lautsprechern&lt;br /&gt;
etwas wie Rauch. Gas-Einfall von Rußland her,&lt;br /&gt;
nicht tödlich. Das Gespräch erwischt uns.&lt;br /&gt;
Anfang-Ende, damals auf dem Glasdach,&lt;br /&gt;
das unter uns nicht zusammenbrach. Anfang-Ende&lt;br /&gt;
für den Einflüsterer, dem mit dem Nie-wieder,&lt;br /&gt;
mit dem Keiner-Keine-Keines, mit dem Hau-endlich-ab!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mittwoch, 6.11.2002, 20 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 xefo</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-19T08:47:00Z</dc:date>
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    <title>RICHTIGER REGEN</title>
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    <description>richtiger Regen: der allen Abschaum&lt;br /&gt;
von der Straße wegspült, aus der Mitte&lt;br /&gt;
der Erdoberfläche, die sich vor mir spaltet,&lt;br /&gt;
einen ungeheuren Wasserstrahl emporschießt,&lt;br /&gt;
sich im selben Moment herabschüttet&lt;br /&gt;
vom Himmel, mich einsaugend aufquillt</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
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    <title>DER HUND</title>
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    <description>der Hund, sonst immer am Pflaster,&lt;br /&gt;
diesmal oben im Fenster, mit hängenden&lt;br /&gt;
Lidern und Lefzen, traurigen Augen,&lt;br /&gt;
wegen der fehlenden Flügel&lt;br /&gt;
oder des Urteils, nur in diesem Zimmer&lt;br /&gt;
unbeschreibliches Glück zu erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden Moment könnte er mir&lt;br /&gt;
oder dir in die Arme springen.&lt;br /&gt;
Aber er starrt an uns vorbei,&lt;br /&gt;
ohne uns zu ignorieren.&lt;br /&gt;
Wir sehen niemanden im Haus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Eingang hockt einer,&lt;br /&gt;
an einem Radio bastelnd,&lt;br /&gt;
bis eine unstete Melodie ertönt,&lt;br /&gt;
und dann die gleiche 50 Meter weiter&lt;br /&gt;
aus vier Lautsprechern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zwei Männer mit Frau,&lt;br /&gt;
alle drei beschwingt das Schwanken&lt;br /&gt;
des Boots austarierend. Sie spiegeln&lt;br /&gt;
lachend das lebenslange Unglück&lt;br /&gt;
des Hundes, sein Gefesseltsein,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber auch das Hoffnungsvolle&lt;br /&gt;
ihres eigenen Lebensentwurfs&lt;br /&gt;
im Vergleich zu endloser Treue,&lt;br /&gt;
unerbittlicher Freßabhängigkeit,&lt;br /&gt;
bornierter Streichelsucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Glück jetzt so offensichtlich,&lt;br /&gt;
während der Hund sich lautlos&lt;br /&gt;
und mißvergnügt ausstellt&lt;br /&gt;
ohne einen Gedanken an sein banales Ende&lt;br /&gt;
in der Schraube eines Vaporettos&lt;br /&gt;
oder unter einem Krangewicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Freitag, 9. September 2005, 22.50 Uhr, Venedig)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
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    <title>SCHLÄFER</title>
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    <description>sie lagen überall herum:&lt;br /&gt;
auf Bänken, im Rasen,&lt;br /&gt;
an Mauern, Straßenecken,&lt;br /&gt;
im Schwimmbad, auf Baustellen,&lt;br /&gt;
auf den Bahnhofsvorplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam, ließ sie schlafen, voller Gnade:&lt;br /&gt;
legte jedem das Frühstück hin,&lt;br /&gt;
irgend etwas schnell Zusammengekauftes,&lt;br /&gt;
noch in der Folie, stellte&lt;br /&gt;
ihr Stativ auf und drückte ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lagen überall herum:&lt;br /&gt;
auf Bänken, im Rasen,&lt;br /&gt;
an Mauern, Straßenecken,&lt;br /&gt;
im Schwimmbad, auf Baustellen,&lt;br /&gt;
auf den Bahnhofsvorplätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam, stahl ihnen blitzschnell&lt;br /&gt;
Momente selbsterschöpften Ruhens,&lt;br /&gt;
atmete ihren ausgepowerten Lebenshauch,&lt;br /&gt;
verkroch sich im Ungelebten.&lt;br /&gt;
Drehte sich um und ging&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Sonntag, 16.06.2002, 0.30 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-05-09T12:16:00Z</dc:date>
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    <title>RAUCH</title>
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    <description>Rauch aus ihrem Mund, dem Hals,&lt;br /&gt;
der zur Drehleiter wies, den Blick&lt;br /&gt;
hinaufreißend zum fernen Ende beim Dach,&lt;br /&gt;
und in Viertelhöhe der Korb,&lt;br /&gt;
der dort festsaß, nur in der Phantasie&lt;br /&gt;
Gefährt einer plötzlichen Sehnsucht&lt;br /&gt;
nach Enthobensein, Erhabenheit,&lt;br /&gt;
begleitet von ihr trotz heftiger Abwehr,&lt;br /&gt;
eilfertig zum Schutz vor ungelenken Gedanken,&lt;br /&gt;
einem, der zwischen ihren Schuhspitzen&lt;br /&gt;
unten in der Dunkelheit hin- und herlief,&lt;br /&gt;
und einem, der oben um den Mund herum&lt;br /&gt;
ein kurzes Licht erzeugte, Lob&lt;br /&gt;
der Metaphysik, blitzschnellen Verdauung&lt;br /&gt;
alles Empirischen. Sie verließ den Hof,&lt;br /&gt;
kam wieder, rauchte, ging zurück und blieb,&lt;br /&gt;
bis drinnen die Musik verstummt war&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Dienstag, 14.10.2003, 2 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-05-05T07:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/4901104/">
    <title>MATERIAL</title>
    <link>http://franzschiel.twoday.net/stories/4901104/</link>
    <description>1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die blinde Gegenwart hockt&lt;br /&gt;
auf der blinden Vergangenheit, hält&lt;br /&gt;
Ausschau nach mir und all&lt;br /&gt;
den anderen, die irgendwo&lt;br /&gt;
immer hocken oder liegen oder&lt;br /&gt;
sich schon aufgelöst haben als menschliche&lt;br /&gt;
Struktur, nicht entmaterialisiert, sondern&lt;br /&gt;
verfügbar als Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich atme jetzt, auf meinem Bett&lt;br /&gt;
neben einem zweiten, das leer ist,&lt;br /&gt;
blicke auf zwei geöffnete Türen&lt;br /&gt;
bei künstlichem Licht von oben und&lt;br /&gt;
rechts. Und ich weiß: wenn&lt;br /&gt;
ich nach vorn geh, öffnet sich&lt;br /&gt;
ein Raum, ein zweiter, dritter, davor&lt;br /&gt;
ein Platz mit Stimmen und Schritten,&lt;br /&gt;
und ein heller Glockenschlag,&lt;br /&gt;
nur ein einziges Mal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Sonntag, 07.09.2003, 8.15 Uhr)</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://franzschiel.twoday.net/topics/incipit&quot;&gt;incipit&lt;/a&gt;</dc:subject>
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