TRAUM VOLLER TRAUER
weinend, abgewandt, mit angezogenen
Knien im Bett - ihr gestreifter Rücken,
ihr Kopf inmitten der Haare: ihn weit
nach vorn gestreckt, sie als Ganze
ein geknicktes S. Möchte allein weinen,
niemandem ihre Tränen zeigen,
keinem den Grund ihrer Trauer enthüllen –
nur Trauer fühlen, darüber nicht reden.
Das Letzte wäre es, hätte sie jetzt eine zärtliche
Anwandlung. Der eine und der andere
versteht sie nicht, verstärkt nur ihre Scham.
Sie zieht sich zurück, verschließt sich im Bad.
Als Abgewandte erscheint sie wieder, und ist –
nach diesen vielen entgangenen Augenblicken –
eine sich fremde, vorwurfsvoll brennende Gestalt.
Das im Traum. Danach eingeklemmt
zwischen zwei Frauen, und keine weint.
Mich als Entscheidungswilligen verstört hingegen
das über mir hängende Gleichgewicht
(Sonntag, 11. September 2005, 3.40 Uhr, Venedig)
Knien im Bett - ihr gestreifter Rücken,
ihr Kopf inmitten der Haare: ihn weit
nach vorn gestreckt, sie als Ganze
ein geknicktes S. Möchte allein weinen,
niemandem ihre Tränen zeigen,
keinem den Grund ihrer Trauer enthüllen –
nur Trauer fühlen, darüber nicht reden.
Das Letzte wäre es, hätte sie jetzt eine zärtliche
Anwandlung. Der eine und der andere
versteht sie nicht, verstärkt nur ihre Scham.
Sie zieht sich zurück, verschließt sich im Bad.
Als Abgewandte erscheint sie wieder, und ist –
nach diesen vielen entgangenen Augenblicken –
eine sich fremde, vorwurfsvoll brennende Gestalt.
Das im Traum. Danach eingeklemmt
zwischen zwei Frauen, und keine weint.
Mich als Entscheidungswilligen verstört hingegen
das über mir hängende Gleichgewicht
(Sonntag, 11. September 2005, 3.40 Uhr, Venedig)
xefo - 15. Jun, 11:49
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