WRESTLING
wechselnde Darstellerinnen, und blieben doch gleich;
halb gespielte, halb ernstzunehmende Gewalt: abgewinkelt
die Beine der einen, die auf dem Kopf stand, ihr von hinten
gespreizter sehr zarter Arsch, zwei Münder mit gebleckten Zähnen,
Gesichter in launischer Wut. Immer enger zog sie die Kette,
der anderen quollen die Augen, nach hinten geworfen
mit nahezu ausgerenkten Armen. Der Knebel im Mund
verschwand. Von oben herab – Brüste, um sich schlagend,
gespreiztes schwieriges Fallen. Schläge in die nackte Scham
mit den Fersen. Huckepack auf dem Haarschopf, zurückgerissen
der Kopf, der ganze abgeknickte Körper. Lachen, Geschrei,
im Lächerlichen endend, Wangen geknackt. Triumph von oben:
wenn sich eine Umarmungen gestattet, auch nur zum Schein, denn so ein Kampf kann für Männer nie zu Ende gehn
(Sonntag, 21.04.2002, 16.40 Uhr, Paris)
halb gespielte, halb ernstzunehmende Gewalt: abgewinkelt
die Beine der einen, die auf dem Kopf stand, ihr von hinten
gespreizter sehr zarter Arsch, zwei Münder mit gebleckten Zähnen,
Gesichter in launischer Wut. Immer enger zog sie die Kette,
der anderen quollen die Augen, nach hinten geworfen
mit nahezu ausgerenkten Armen. Der Knebel im Mund
verschwand. Von oben herab – Brüste, um sich schlagend,
gespreiztes schwieriges Fallen. Schläge in die nackte Scham
mit den Fersen. Huckepack auf dem Haarschopf, zurückgerissen
der Kopf, der ganze abgeknickte Körper. Lachen, Geschrei,
im Lächerlichen endend, Wangen geknackt. Triumph von oben:
wenn sich eine Umarmungen gestattet, auch nur zum Schein, denn so ein Kampf kann für Männer nie zu Ende gehn
(Sonntag, 21.04.2002, 16.40 Uhr, Paris)
xefo - 2. Okt, 07:49
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dtear - 27. Okt, 13:31
Wir sind frei!
"Wir sind wild! Wir sind verrückt! Wir sind Gaea Girls!" Mit dieser autosuggestiven Ansage ist der Ring frei für eines der vielleicht bizarrsten und sicher brutalsten Spektakel der japanischen Pop-Kultur: das ungeheuer populäre Profi-Frauen-Wrestling. Gaea Girls Frauen im Ring. Schaukämpfe? Vorgetäuschte Brutalität? Auf jeden Fall geht es martialisch zu in ausverkauften Arenen mit vornehmlich lautstarkem weiblichem Publikum. Schreiende Furien im Ring und im Parkett. Aber den Film interessiert etwas anderes: Das Training. Und da sind das Blut und die Blutergüsse sehr real. Es geht erbarmungslos zu im abgelegenen Trainingslager - und das sind nicht nur die physischen Strapazen. Die jungen Frauen liefern sich einer beispiellosen Gehirnwäsche aus. Unterwerfung und Erniedrigung als Stimulans für körperliche Leistungen. Disziplin, zelebriert wie ein Kult. Nie sind die brutalen Anforderun-gen zufriedenstellend zu erfüllen. Schon die hart erkämpfte oder erbettelte Teilnahme am Training erscheint wie ein besonderes Privileg. Berufsausbildung als perverse Mischung aus Ehrgeiz, Selbstverleugnung, Demütigung, Profitierung. Vier Frauen beobachtet der Film, darunter auch die Leiterin des Trainings. Dieser Blick auf den Schrecken provoziert Anteilnahme - gerade weil er die peinlichen Prozeduren so genau ins Bild rückt.“


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