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    <title>FranzS. : Kommentare</title>
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    <dc:publisher>xefo</dc:publisher>
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    <title>FranzS.</title>
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  <item rdf:about="http://franzschiel.twoday.net/stories/2129645/#2625861">
    <title>So präzis</title>
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    <description>sind die Personen beschrieben, daß sie mir beim Lesen sehr lebendig vor Augen erschienen sind, auch der Umraum des schreibenden Bildbetrachters, eines sich erinnernden Nachgebo-renen. &lt;br /&gt;
Man spürt dessen schmerzvollen Blick. Im Wagnis, so nahe verwandte Tote einzufärben, steckt eine gewisse Frechheit, vielleicht auch Anmaßung, worauf das Wort Luftikus verweist.&lt;br /&gt;
Ich denke jetzt an meinen Großvater, dass ich seine Stimme vom Tonband hören könnte, es aber nie tue, im Arbeitsraum, wo das Band liegt, nicht hören will, einerseits weil ich mich scheue in eine unangenehme Stimmung zu verfallen, aber auch aus Scham, zuwenig von ihm aufgenommen zu haben und zu provokant gewesen zu sein. Verständnislos. Doch nichts lässt sich nachholen nach dem Tod. &lt;br /&gt;
Mir gefällt hier die Strophenteilung, die Gliederung in regelmässige Blöcke, man kann verweilen und wird geführt</description>
    <dc:creator>yvonne erber</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 yvonne erber</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-05T06:53:34Z</dc:date>
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    <title>Wie ich gerade sehe,</title>
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    <description>gibt es einen Text von &lt;b&gt;Jorge Luis Borges&lt;/b&gt;, von dem ja &quot;Kabbala und Tango&quot; stammt, über Whitmann. Sie finden ihn anschließend. Vielleicht ergänzt dieser Zufall Ihren Zufall!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der andere Whitman&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der vor Zeiten lebende Kompilator des Buches Sohar eine Mitteilung über seinen unbestimmten Gott wagen mußte eine so reine Gottheit, daß nicht einmal das Attribut des Seins sich ohne Blasphemie auf sie anwenden läßt, ersann er eine ungeheuerliche Art, von ihm zu sprechen. Er schrieb, sein Angesicht sei dreihundertundsiebzigmal größer als zehntausend Welten; er meinte damit, daß das Riesenhafte eine Form des Unsichtbaren und selbst des Abstrakten sein kann. So verhält es sich auch mit Whitman. Seine Kraft ist derart überwältigend und derart offenkundig, daß wir nur wahrnehmen, daß sie stark ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld daran ist im Grunde niemand. Wir Bewohner der verschiedenen Amerikas sind miteinander so wenig in Verbindung, daß wir uns höchstens über Dritte kennenlernen, auf dem Weg über Europa. In solchen Fällen pflegt Europa Synekdoche für Paris zu sein. Paris hat weniger Interesse für Kunst als für Kunstpolitik; man beachte nur die Cliquentradition seiner Literatur und seiner Malerei, immer gelenkt von Komitees und mit den jeweiligen politischen Dialekten: dem parlamentarischen, der von Linken und Rechten redet, und dem militärischen, der von Vorhuten und Nachhuten spricht. Genauer gesagt: Sie interessiert die Ökonomie der Kunst, nicht deren Ergebnisse. Die Ökonomie der Verse Whitmans war für sie derart unerhört, daß sie sie nicht Whitman zuerkannten. Lieber klassifizierten sie ihn, rühmten seine »licence majestueuse« und machten aus ihm den Vorläufer der zahlreichen einheimischen Erfinder des »vers libre«. Außerdem ahmten sie den am leichtesten abzuwrackenden Teil seiner Diktion nach: die selbstgefälligen Aufzählungen geographischer, geschichtlicher und gegenständlicher Art, die Whitman aneinanderreihte, um einer Prophezeiung Emersons über den Amerikas würdigen Dichter zu genügen. Diese Nachahmungen und Reminiszenzen waren der Futurismus, der Unanimismus. Sie waren und sind die gesamte französische Dichtung unserer Zeit, außer jener, die sich von Poe herleitet. (Von der guten Theorie Poes, will ich damit sagen, nicht von seiner schlechten Praxis.) Viele bemerkten nicht einmal, daß die Aufzählung eines der ältesten poetischen Verfahren ist - man denke an die Psalmen der Bibel, an den ersten Chor der Perser und an den Schiffskatalog von Homer -, und daß ihre Haupttugend nicht die Länge ist, sondern die feinfühlige Wortfügung, die »Sympathien und Differenzen« der Wörter. Das wußte Whitman sehr wohl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
And of the threads that connect the stars and of wombs and of the father-stuff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder:&lt;br /&gt;
From what the divine husband knows, from the work of fatherhood&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder:&lt;br /&gt;
I am as one disembodied, triumphant, dead.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt hat das Erstaunen zu einem verfälschten Whitman-Bild geführt: dem Bild eines nur bejahenden und weltlichen Menschen, eines aufdringlichen Hugo, den man leichtfertig den Menschen erneut angetan hat. Daß Whitman in sehr vielen seiner Gedichte dieser Unglücksfall war, will ich nicht bestreiten; mir genüge es zu zeigen, daß er in anderen, besseren der Dichter eines nervigen, verhaltenen Lakonismus war, ein Mann mit vermitteltem, nicht deklamiertem Schicksal. Keine bessere Demonstration als die Übersetzung einiger seiner Gedichte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ONCE I PASSED THROUGH A POPULOUS CITY&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal kam ich durch eine volkreiche Stadt und prägte für künftigen Gebrauch meinem Hirn ein ihre Anblicke, ihre Architektur, ihre Gewohnheiten, ihre Traditionen.&lt;br /&gt;
Doch ist jetzt von dieser ganzen Stadt in meiner Erinnerung nur noch eine Frau, die ich zufällig dort traf&lt;br /&gt;
und die mich durch Liebe festhielt.&lt;br /&gt;
Tag für Tag und Nacht für Nacht waren wir beisammen - alles andere habe ich längst vergessen.&lt;br /&gt;
In meiner Erinnerung, sage ich, ist nur diese Frau, die mich leidenschaftlich umschlang.&lt;br /&gt;
Wieder streifen wir umher, wir lieben, wir trennen uns wieder, &lt;br /&gt;
wieder hält sie meine Hand, ich darf nicht gehen.&lt;br /&gt;
Ich sehe sie dicht neben mir, mit stummen Lippen, traurig&lt;br /&gt;
und bebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WHEN I READ THE BOOK&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich das Buch las, die berühmte Biographie&lt;br /&gt;
und das ist es also (sagte ich), was der Autor ein Menschenleben nennt?&lt;br /&gt;
Und so wird irgend jemand , wenn ich tot und vergangen bin, mein Leben schreiben? &lt;br /&gt;
(Als ob überhaupt jemand etwas von meinem Leben wüßte, &lt;br /&gt;
weiß ich doch selber, denke ich oft, nur wenig oder nichts von meinem eigentlichen Leben,&lt;br /&gt;
nur ein paar Winke, ein paar undeutliche, schwache Hinweise und Andeutungen&lt;br /&gt;
suche ich für meinen eigenen Nutzen hier aufzuspüren.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WHEN I HEARD THE LEARNED ASTRONOMER&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich den gelehrten Astronomen hörte,&lt;br /&gt;
als mir die Beweise, die Figuren in Kolonnen vorgeführt wurden,&lt;br /&gt;
als mir die Karten und Diagramme gezeigt wurden, zum Addieren, zum Teilen und Messen,&lt;br /&gt;
als ich da saß und den Astronomen hörte, in dem Saal, wo er mit viel Beifall seine Vorlesung hielt &lt;br /&gt;
wie bald wurde ich da unerklärlich müde und verdrossen, &lt;br /&gt;
bis ich aufstand, hinausschlich und allein fortwanderte&lt;br /&gt;
in der mystisch feuchten Nachtluft und von Zeit zu Zeit &lt;br /&gt;
hinaufsah in völliger Stille zu den Sternen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So Whitman. Ich weiß nicht, ob eigens betont werden muß ich kam erst kürzlich darauf -, daß diese drei Bekenntnisse das gleiche Thema behandeln: die eigenartige Poesie des Willkürlichen und die Entbehrung. Die Vereinfachung unserer Erinnerung am Ende, Unerkennbarkeit und Schamhaftigkeit unseres Daseins, Verneinung intellektueller Schemata und Bejahung der ursprünglichen Wahrnehmungen der Sinne: dies sind die jeweiligen Lehren dieser Gedichte. Es ist, als wolle Whitman zu uns sagen: »Unvermutet und flüchtig ist die Welt, aber gerade ihre Zufälligkeit ist Reichtum, da wir nicht einmal bestimmen können, wie arm wir sind, da ja alles Geschenk ist.« Eine Lehre von der Mystik der Bedürfnislosigkeit, und ausgerechnet aus Nordamerika?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine letzte Anregung. Ich glaube, daß Whitman  ein unendlich einfallsreicher Mann, in fremden Augen zum bloß Gigantischen vereinfacht - ein symbolischer Auszug seines Vaterlandes ist. Die magische Geschichte von den Bäumen, die den Wald verbergen, kann in magischer Umkehr verdeutlichen, was ich meine. Denn einmal gab es einen so unendlich großen Wald, daß niemand mehr daran dachte, daß er aus Bäumen bestand; denn zwischen zwei Ozeanen lebt eine Nation von Menschen, so stark, daß im allgemeinen niemand daran denkt, daß sie aus Menschen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Aus: Menschen der condition humaine, 1929)</description>
    <dc:creator>dtear</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 dtear</dc:rights>
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    <title>notiz vom 4.1.2000:</title>
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    <description>&quot;dieses schweifen, finden, aufklappen und zuklappen von büchern. reiz der unordnung, des vergessens. verhüllter tisch: darunter die bücher, die zu entdecken sind.&quot;</description>
    <dc:creator>xefo</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 xefo</dc:rights>
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